Ein korrekt installierter und gewarteter Pelletofen erzeugt nur sehr wenig Kohlenmonoxid. Problematisch wird es, wenn ein Glied in der Verbrennungskette versagt: unzureichende Luftzufuhr, teilweise verstopfter Abzug, beschädigte Dichtung der Brennkammer oder minderwertige Pellets. Wer versteht, wo und warum CO in einem solchen Gerät entsteht, kann die Ursachen statt nur die Symptome bekämpfen.
Luft-Brennstoff-Verhältnis und CO-Bildung im Pelletofen
Die Bildung von Kohlenmonoxid in einem Pelletofen hängt direkt vom Verhältnis zwischen dem verfügbaren Sauerstoff und der verbrannten Brennstoffmenge ab. Sinkt dieses Verhältnis unter den erforderlichen Wert, wird die Verbrennung unvollständig: Der in den Pellets enthaltene Kohlenstoff oxidiert nur zu CO statt zu CO2.
Drei Komponenten steuern dieses Gleichgewicht im Gerät: das Gebläse für die Verbrennungsluft, die Förderschnecke zur Dosierung der Pelletzufuhr und die elektronische Steuerplatine, die beide aufeinander abstimmt. Verschmutzungen am Gebläse verringern den Luftdurchsatz, ohne dass die Förderschnecke dies ausgleicht. Dadurch entsteht ein Brennstoffüberschuss im Verhältnis zum verfügbaren Sauerstoff.
Ein Artikel über die Kohlenmonoxidrisiken eines Pelletofens erläutert diesen Mechanismus der unvollständigen Verbrennung und seine Auswirkungen auf die Raumluftqualität.
Auch die Tür- und Brennkammerdichtungen spielen eine oft unterschätzte Rolle. Eine Dichtung, die nicht mehr zuverlässig abdichtet, verändert die Luftströme im Feuerraum. Nebenluft dringt an nicht dafür vorgesehenen Stellen ein, wodurch die Flamme instabil wird und die CO-Bildung begünstigt wird – selbst wenn das Gebläse normal funktioniert.

CO-Emissionen bei der Lagerung von Holzpellets
Das Kohlenmonoxidrisiko beschränkt sich nicht auf den Betrieb des Ofens. Auch die Pellets selbst setzen während der Lagerung CO frei, und zwar durch die Selbstoxidation der im Holz enthaltenen Fettsäuren und Harze. Dieser Vorgang findet ohne Verbrennung bei Raumtemperatur statt.
Ein tödlicher Unfall im Laderaum eines Schiffs, das Pellets transportierte, machte dieses Risiko 2002 deutlich, wie das INRS berichtet. In einem geschlossenen Raum kann das von einer großen Pelletmenge freigesetzte CO gefährliche Konzentrationen erreichen, ohne dass eine Heizungsanlage beteiligt ist.
Für Privatpersonen besteht das Risiko vor allem bei Lagerbehältern für lose Pellets, die in einem geschlossenen Raum aufgestellt sind (Keller, unbelüftete Garage, Abstellraum). 15-kg-Säcke in einem gut belüfteten Raum stellen nicht dasselbe Problem dar, da die Pelletmenge zu gering ist, um eine nennenswerte CO-Anreicherung zu verursachen.
Vorsichtsmaßnahmen für einen Pelletlagerraum im Gebäude
- Den Lagerraum mit einem tief liegenden Lufteinlass und einem hoch liegenden Luftauslass belüften, die für einen kontinuierlichen Luftaustausch ausgelegt sind
- Niemals einen Silo oder einen geschlossenen Lagerraum betreten, ohne zuvor die CO-Konzentration zu messen – insbesondere nach längerer Schließzeit
- Pellets nicht in einem Raum lagern, der ohne dichte Abtrennung und unabhängige Belüftung an einen Wohnbereich grenzt
Rauchabzug: die kritische Stelle der Anlage
Ein teilweise verstopfter Abzug ist die häufigste Ursache für CO-Vergiftungen bei Holzheizgeräten. Ruß, Glanzruß, ein Vogelnest oder eine Verformung des Innenrohrs: Jedes Hindernis im Abzug führt dazu, dass die Verbrennungsgase in den Wohnraum zurückströmen, statt über das Dach abgeleitet zu werden.
Die gesetzlich vorgeschriebene Schornsteinreinigung (zweimal jährlich, davon einmal während der Heizperiode, gemäß den geltenden Vorschriften) reicht nicht immer aus, um einen Mangel am Innenrohr festzustellen. Wir empfehlen, den Innenzustand des Abzugs bei der jährlichen Wartung zusätzlich zur einfachen mechanischen Reinigung von einer qualifizierten Fachkraft überprüfen zu lassen.
Die Dichtheit der Verbindungen zwischen Ofen und Abzug verdient besondere Aufmerksamkeit. Eine beschädigte Anschlussdichtung oder eine schlecht sitzende Steckverbindung lässt CO direkt in den Raum entweichen – an einer Stelle, an der die Konzentration am höchsten ist, da die Rauchgase noch nicht durch den Zug verdünnt wurden.

Kontrollpunkte bei der jährlichen Wartung
- Zustand der Tür-, Scheiben- und Brennkammerdichtungen (austauschen, sobald sie plattgedrückt oder brüchig sind)
- Sauberkeit des Abgasgebläses und des Rauchabzugs über die gesamte Länge
- Überprüfung des Förderdrucks mit einem Differenzdruckmessgerät, um sicherzustellen, dass der Unterdruck den Herstellervorgaben entspricht
- Sichtprüfung des Innenrohrs auf Risse, Korrosionsstellen oder gelöste Verbindungen
Kohlenmonoxidmelder: Auswahl und Platzierung
Ein CO-Melder verhindert keine Vergiftung, sondern warnt davor. Er ist ein Sicherheitsnetz, keine Maßnahme zur Ursachenvermeidung. Dieser Unterschied ist wichtig: Die Wartung des Geräts und des Abzugs bleibt die erste Schutzmaßnahme.
Bei einem Pelletofen wird der Melder im selben Raum wie das Gerät auf Atemhöhe angebracht (zwischen 1 m und 1,50 m über dem Boden) und mit Abstand zum Ofen (mindestens 1,50 m), um Fehlalarme beim Anzünden zu vermeiden. Ein zweiter Melder im Flur zu den Schlafzimmern erhöht die Sicherheit während der Nacht.
Für den Hausgebrauch eignen sich ausschließlich elektrochemische CO-Melder. Sie unterscheiden sich von Rauchmeldern (in Wohngebäuden vorgeschrieben) und Meldern für brennbare Gase. Ein Rauchmelder erkennt kein Kohlenmonoxid – und umgekehrt. Beide Geräte ergänzen sich.
Die Lebensdauer einer elektrochemischen Zelle ist begrenzt und wird in der Regel vom Hersteller auf dem Gerät angegeben. Ein abgelaufener Melder vermittelt ein trügerisches Sicherheitsgefühl. Das Austauschdatum zu überprüfen und das Gerät jeden Monat mit der integrierten Prüftaste zu testen, ist die einzige Garantie für seine zuverlässige Funktion.
Kohlenmonoxid bleibt bei einem Pelletofen ein beherrschbares Risiko. Entscheidend sind drei technische Maßnahmen: das Luft-Brennstoff-Verhältnis durch regelmäßige Wartung des Geräts aufrechterhalten, die Rauchgase über einen intakten Abzug sicher ableiten und den Pelletlagerraum ausreichend belüften. Der CO-Melder ist die letzte Schutzmaßnahme, nicht die erste.



